Sunday, 18 May 2008

Am 6. Jänner beginnt die Zukunft des amerikanischen Fernsehens. Oder es gibt keine Rettung.


Murdoch der gerade mit dem Wall Street Journal zur größten Tageszeitung Amerikas werden will, modelt jetzt auch den Fernsehmarkt um. Unter dem markanten Namen „Remote-Free TV“ erstaunt FOX Broadcasting mit einem Finanzierungskonzept, das mit nur fünf Minuten Werbung pro Stunde auskommen soll. Auch die Promotion-Trailer sollen auf die Hälfte heruntergefahren werden. Fox sieht wohl, dass der Networkmarkt dringend einen Paradigmenwechsel braucht. Schließlich geht der Fernsehkonsum zurück. Nicht nur das Internet lockt, sondern auch die Werbung vertreibt. Noch Anfang der 90er Jahre dauerte eine Folge einer Fernsehserie 50 Minuten ohne Werbung, derzeit sind es nur noch 40 Minuten.
Testballons für dieses mutige Konzept zwei neuen Dramaserien: J.J. Abrams’ «Fringe» (Bild) und Joss Whedons «Dollhouse». Zwei der aktuell populärsten Serienschöpfer sollen also für einen gelungenen Start des revolutionären Modells sorgen, die Werbeunterbrechungen auf weniger als die Hälfte herunterzuschrauben und dabei die ohnehin schon kostspielige Science-Fiction-Ware umso teurer zu machen, da längere Episoden produziert werden müssen. Um diese Kosten auszugleichen plant FOX den Werbekunden einen Bonus abzufordern. Medien und Werbeindustrie schaut gebannt auf den Ausgang des Experimentes. Zu beobachten ab 6. Jänner 2008.

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